Die KI wird bleiben und in viele Bereiche unseres Lebens einziehen – alles wird immer schneller, immer digitaler. Aber wir Menschen bleiben Teil einer physischen Welt – wir bewegen uns durch reale Städte und Landschaften, müssen uns ernähren, gehen joggen und im Sommer schwimmen. Wir entspannen auf dem Sofa, kommen am Esstisch zusammen, kuscheln mit unseren Haustieren und bringen die Küche zum Dampfen.
Ohne diese analoge Welt geht es nicht. Keine Virtualität, kein Social Media-Feed kann sie ersetzen. Das spüren junge wie ältere Generationen, was Ausdruck findet in einer neuen Sehnsucht nach einfachen Dingen, nach allem, was uns erdet und ein Gefühl von „natürlichem Leben“ zurückgibt. Im Grunde ist das ein zeitloses Bedürfnis. Die Menschheit sehnte sich stets mal mehr, mal weniger bewusst nach der Natur. Fachleute bezeichnen diese tiefe, instinktive Verbindung als Biophilie.
Ein Begriff, den wir in Zukunft vermutlich öfter hören werden. Dieser Strömung schließen sich auch neue Ideen für unsere Wohnwelten an – Wabi Sabi, Curated Chaos, Retro-Stile und Minimalismus sind nur einige sich daraus ergebende Konzepte, die unser Leben „renaturieren“ und vereinfachen sollen. Es geht darum, das Zuhause zu einem Gegengewicht zu machen, dem digital glatt Gebügelten etwas Echtes entgegenzusetzen – mit Haptik, Farben und Optik.
Dabei ist erlaubt, was gefällt, denn das Ursprüngliche kann Teil jedes Wohnstils sein. Am Ende geht es um die Besinnung auf uns selbst, auf die analoge Welt, die Natur, die unser Ursprung ist. Aber ohne Verklärung: Analoges Leben ist nicht immer bequem. Wir müssen anpacken, damit es vorangeht. Doch vielleicht entwickelt sich gerade eine neue Lust genau daran. Denn digitale Lösungen mögen vieles erleichtern, erfüllen aber nicht jede Sehnsucht.